Neuigkeiten


17. September 2017

Ein Tag in der Freudenau

Photo von Eduard Risavy

Einen unvergesslichen Tag durften wir gestern in der Wiener Freudenau erleben; nicht nur weil wir gewinnen konnten und dies der erste Sieg dieser neuen Besitzergemeinschaft war. Viele Leute kamen zum Teil von wirklich weit her angereist um den Renntag in der Freudenau zu besuchen und alte Bekannte wieder zu treffen. Ein Tag hat leider kaum ausgereicht um alle ordentlich zu begrüßen und zumindest ein paar Sätze zu wechseln. Generell wurde der Renntag gut organisiert und stimmungsvoll über die Bühne gebracht. Gemischtes Publikum war vorort, zum Teil viel Eventpublikum, zum Teil unser altes Fachpublikum sowie viele Leute aus anderen Ländern, die auch gerne wieder einen Renntag in Wien erleben wollten.

Nun noch kurz einige paar Worte zum Rennverlauf: Nach dem Start war es eine sehr flaue Fahrt, die ungern von unserem Sevillano mit Sibylle Vogt angeschlagen wurde. Direkt dahinter platzierte sich Be A Wave. Das Tempo wurde nach etwa 500m jedoch deutlich verstärkt und ab 400m vor dem Ziel suchte Be A Waves Reiter Bauyrzhan Murzabayev die Entscheidung, wobei die Stute dann noch ein paar Galoppsprünge brauchte um den höheren Gang zu finden. Sie übernahm dann aber nicht nur resolut die Führung, sondern konnte sich auf einen Schlag auch gleich um einige Längen vom Feld lösen. Sie gewann schließlich 'angehalten' mit drei Längen, voll ausgeritten wären es wohl wesentlich mehr geworden. Auch Sevillano wusste zu gefallen und sollte ein Pferd mit Zukunft sein. Wie hoch Be A Waves Potential anzuschlagen ist, traue ich mir nach dem Rennen nicht zu sagen, aber mehr als leicht gewinnen konnte sie nicht.

Photo von Eduard Rivasy
Der Sieg von Iraklion im 'St. Leger' war einem fantastischen Ritt des Newcomers des Jahres Bauyrzhan Murzabayev geschuldet. Keiner wollte die Pace machen, sodass es anfangs ein richtiges Bummel-Tempo gab. Also übernahm Murzabayev mit dem Favoriten das Kommando. Als es zu Erhöhung des Tempos durch I Do unter Sibylle Vogt kam, konnte Iraklion kurz nicht folgen und benötigte jeden Meter der 700m langen Geraden um das Ruder noch herum zu reißen und im Ziel die Nase vorne zu haben. I Do lief nach einem ebenso guten Ritt weit über seinen Verhältnissen und kam schließlich noch vor dem Cofavoriten Swordshire als Dritter an.

Bericht in der Tageszeitung → Der Standard
Bericht auf → GaloppOnline

Vorschau

Mit deutlich höheren Erwartungen als zuletzt in Iffezheim fahren wir morgen mit Never Say Never nach Paris. Weicher Boden, längere Distanz, ein Start im Bauch, ein Kilo Nachlass sowie ein Reiter (Filip Minarik), der die Stute kennt und mit ihr schon gewinnen konnte, sind ideale Voraussetzungen. Klar ist aber auch eine zweite Abteilung im Tierce keine Kindergeburtstagsfeier.
A Sunday Dream enttäuschte zuletzt etwas und wechselt nun vom Maidenrennen zum Reclamer der gehobeneren Sorte. Sie hat in der Arbeit einen guten, frischen Eindruck hinterlassen.

In Mons treten wir mit Soriano und Bacchus Danon an. Letzterer ist unser Belgien-Spezialist. Diesen Start könnte er nach einer Pause noch brauchen, generell läuft er in Mons aber immer sehr brave Rennen.
Soriano versuchen wir diesmal auf etwas weiterem Weg und erstmals auf Sand. In Baden war er indisponiert, diese Form konnte nicht stimmen. Wir hoffen er kommt mit den neuen Bedingungen klar.

Lips Dancers unerwartet schwache Form in Divonne ist zu entschuldigen, er kam lahm aus dem Rennen.


16. September 2017

"Wir haben gewonnen!" ...

... tönte es heute beim Einlauf des vierten Rennens lautstark von der Tribüne der Wiener Freudenau. Kaum zu überhören war nämlich die Freude der drei mitgereisten Vertreter des Stalles Goldbrücke, als ihr Schützling, die zweijährige Be A Wave, mit leichten drei Längen Vorsprung die Ziellinie im mit €10.000,- dotierten 'Graf Nikolaus Esterhazy Memorial' überquerte. Über 1200m hatte die von Bauyrzhan Murzabayev gerittene Bated Breath-Stute keine Mühe, sich gegen die am Toto favorisierte Night of Overdose durchzusetzen und für alle Beteiligten die weite Anreise zu diesem trotz des Wetters gut besuchten und insgesamt äußerst stimmungvollen Freudenauer Renntages zu rechtfertigen.

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15. September 2017

Servus geliebtes Wien!

Georg Stärk (damaliger Präsident des Österr. Amateurverbandes),
Dagmar Geisler, Gerald Geisler, Sponsor des Rennens

Morgen Samstag findet erstmals seit neun Jahren, genauerhin dem 7. September 2008, wieder ein Renntag auf meiner Heimatbahn in der Wiener Freudenau statt. Damals schon beziehungsweise noch aus München kommend, konnten wir uns mit zwei Siegen durch Wild Storm und Rudolfo aus der Freudenau verabschieden.
In die Zeit, in der die Rennbahn nun im Dornröschenschlaf lag, hat sich eine Menge verändert in meinem Leben: mein Umzug nach Iffezheim, meine Hochzeit mit Eva-Maria und in Kürze werde ich Vater einer Tochter. All das bietet natürlich reichlich Platz für Sentimentalitäten. Immerhin lernte ich auf dieser Bahn nicht nur den Rennsport kennen und lieben, sondern verbrachte auch als Rennreiter und Trainer meine ersten Siege und wunderschöne Stunden. Den Schritt nach Deutschland habe ich zwar niemals bereut, aber die Liebe zu meiner Heimatstadt, in der ich zur Schule besuchte und die erste Hälfte meines Lebens verbracht habe, ging nie verloren. Es wird schon ein komisches Gefühl sein, nach all der Zeit, wieder da zu sein und Rennen zu sehen. Aber natürlich freue mich auch riesig darauf, alte Bekannte wieder zu treffen.

Gerald Geisler auf Wellington
Als im Frühjahr bekannt wurde, dass im September wieder mal ein Renntag in der Freudenau stattfinden soll, war mir also sofort klar, dass ich gerne mit dem einen oder anderen Starter dabei sein möchte. Es sind nun zwei Zweijährige geworden, die über 1200m laufen werden. Be A Wave (Bauyrzhan Murzabayev), nach bisherigen Eindrücken eine reine Fliegerin, gab in Iffezheim ihr Debüt, hat dabei über 1400m alles andere als enttäuscht. Gegen offensichtlich bessere Pferde war sie erst spät geschlagen und wurde schließlich knappe Sechste. Sie konnte von dem Start eindeutig profitiert, die Verkürzung auf 1200m sollte ihr außerdem entgegenkommen.
Mein zweiter Starter Sevillano (Sibylle Vogt) ist an der Arbeitsleistungen gemessen vielleicht etwas unter Be A Wave einzuschätzen, benötigt eventuell auch etwas mehr Distanz. Dennoch wusste auch er in jeder seiner Arbeiten zu gefallen. Sein Debüt gab er in Divonne in der französischen Provinz, musste damals lange in der Startmaschine verharren und verspätete sich deswegen etwas. Nichtsdestotrotz hat auch er nicht enttäuscht.
Sieben Pferde werden in diesem Rennen an den Ablauf kommen. Zwei davon können schon Siege vorweisen, Tie Em Up Tel, ein englisch gezogenes Pferd, ist sogar schon Doppelseiger. Wir besitzen diesem Pferd gegenüber jedoch große Gewichtsvorteile, was die Sache schon spannend macht, denn auch die zweite Siegerin Night for Overdose, die aus Ungarn angereist kommt, muss Aufgewicht in Kauf nehmen. Eine weitere Stute (Finios) war bereits in einem tschechischen Listenrennen platziert, was diese Form wert ist, kann ich selbst erst nach dem Rennen sagen. Unsere beiden Starter werden jedenfalls gut gerüstet antreten.

Nicht nur des Wiener Renntages wegen wird es ein spannendes Wochenende. Am Samstag startet außerdem Lips Dancer unter Bertrand Flandrin in Divonne. Er sollte dabei mit sehr guten Chancen ins Rennen gehen. Ebenso dürfte Leoderprofi am Sonntag in Strasbourg ideale Bedingungen antreffen und mit guten Chancen antreten. Tricky Tiger hingegen bräuchte es etwas fester, ist aber nach wie vor gut am Posten.
Am selben Tag tritt Pressure in Compiegne in einem Ausgleich auf seiner Idealdistanz an. Er ist Bodenunabhängig, muss aber genau nach Order geritten werden.
Am Montag geht es mit Never Say Never und A Sunday Dream in Saint-Cloud und mit Bacchus Danon und Soriano in Mons weiter, Genaueres dazu aber am Sonntag.

Vergangenes Wochenende waren wir in München. Mit Rock to the Moon im Ausgleich 2 war ich sehr zufrieden. Auf schnellerem Boden machte er es sehr, sehr spannend gemacht. Aber in München läuft er immer ohnehin gut und auf den Ausgleich 2 haben wir schon seit Wochen hingearbeitet. Sein nächster Start ist nun in Köln oder im französischen Reclamer. Auch Alta Monte hat mir wieder Freude bereitet und sehr brav gekämpft. Winzapper konnte sich bisher von Start zu Start steigern. Er bekam eine faire Marke, die er auch können wird.

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Be A Wave (Photo von Frank Sorge)

09. September 2017

Debütsieg für unseren Lehrling

Schon bei seinem vierten Start feierte Alois Gräter seinen ersten Erfolg als Rennreiter. Auf dem von Manfred Türk trainierten 217:10-Außenseiter Kepheus konnte er heute in Magdeburg einen überlegenen Start-Ziel-Sieg einholen.


02. September 2017

Ein kleiner Lichtblick

Während das heute zuende gegangene Meeting hoffentlich schon sehr bald keine Anstrengung unseres Gedächtnismuskels mehr in Anspruch nehmen wird, geben die an diesem Wochenende in Divonne gezeigten Formen teilweise einen kleinen Hoffnungsschimmer. Schon gestern wurde Night of Mystery Dritte - und unmittelbar im Anschluss auftrags des Besitzers verkauft, heute kamen wir sowohl mit Leoderprofi als auch Liberica in die Geldränge; beide Male sprach erst das Zielphoto gegen eine bessere Platzierung. Wir sind jedoch überzeugt, dass sich dieses Pech schon bald ausgleichen wird. Für Liberica war ein Sieg in greifbarer Nähe und Leos Abschneiden von einer Behinderung an der 200m-Marke geprägt, die er trotz eines starken Finishes nicht mehr wettzumachen vermochte.


30. August 2017

Nach- und Vorschau

Ein ausgesprochenes Fliegerrennen war das Auktionsrennen für zweijährige Stuten am vergangenen Sonntag. Selbst die bisher zweifache Siegerin aus England fand sich von dem hohen Tempo im Rennen überfordert. Nicht anders erging es leider auch unserer Starterin Wonderful Görl, die in keinster Weise an die Trainingseindrücke anschließen konnte. Trotzdem haben wir nach wie vor eine gute Meinung von der Stute. Das enorm hohe Tempo, nicht zuletzt bedingt durch den schnellen Boden, war einfach nicht nach ihrem Geschmack. Das Rennen brachte jedenfalls die Erkenntnis, dass sie nicht nur vom Exterieur keine Fliegerin ist und sich auf Distanzen zwischen 1400m und 1600m wohler fühlen wird. Zum Vergleich: die wohl bisher beste Siegerin dieses Rennens, die großartige Night Magic, beendete dieses Rennen um über eine Sekunde langsamer als jenes am Sonntag gelaufen wurde; die 'Goldene Peitsche' am selben Tag, ein Gruppe 2-Rennen für Dreijährige und ältere Pferde, wurde nur um eine gute Sekunde schneller als das Auktionsrennen absolviert. Der Weg von Wonderful Görl wird wohl nach Frankreich führen, dort wollen wir uns dann rehabilitieren.
Doris konnte in ihrem Rennen als Speedpferd leider auch nichts ausrichten. Sie lief brav, aber die vorderen Pferde kamen einfach nicht zurück.

Heute debütieren wir die Bated Breath-Stute Be A Wave. Sie kommt nach nur neun Monaten im Training bereits an den Ablauf, sogar ein noch früherer Start wäre möglich gewesen, hätte sie in den Sommermonaten nicht unter Schienbeinen gelitten. Diese haben uns noch bis in den Juli begleitet. Auch Be A Wave ist wie Wonderful Görl ein Pferd mit Perspektive und ich bin gespannt auf ihre Karriere. Um heute vorne mitmischen zu können, fehlt uns eine rasche Arbeit, das Rennnen kommt für sie wohl ein, zwei Wochen zu früh. Letztendlich meine ich auch, dass sie auf 1200m aktuell besser aufgehoben wäre, leider gibt es auf dieser Distanz in Deutschland kaum oder zumindest keine Rennen für zweijährige Pferde.
Morgen kommt Soriano an den Ablauf. Er, wie die meisten anderen Starter der nächsten Tage (Jolly Boy, Danuvius, etc.), bevorzugt guten Boden, laut Wetterbericht soll allerdings viel Wasser vom Himmel fallen.
Neben dem Engagements auf der Heimatbahn, werden wir am Wochenende auch mit einigen Startern in Divonne-les-Bains vertreten sein.


24. August 2017

Ein hoffentlich Vorgeschmack auf die nächsten Tage

In einer nicht durchgehend von ungetrübtem Frohsinn begleiteten Saison stimmt zum richtigen Zeitpunkt ein Sieg für den Höhepunkt des heurigen Jahres zuversichtlich und wer anders denn Berlin Calling hätte heute in Moulins für dieses freudige Ereignis sorgen können (eigentlich nur Pressure, der es mit einem vierten Platz immerhin auch in die Geldränge schaffte). Auf weichem Boden sortierte Jockey Bertrand Flandrin die dreijährige Stute schon nach dem Start ins Vordertreffen. Auf der langen Geraden von Moulins bewies Bertrand dann gute Nerven, wartete lange auf den richtigen Einsatz und suchte ab etwa der 400m-Marke dann die Entscheidung, welches Moment Berlin Calling bis ins per Photoentscheid mit sehr knappem Vorsprung erreichte Ziel retten konnte. Die Manier dieses Sieg darf jedenfalls als Beweis für das große Kämpferherz, über welches der Schützling von Stall Herb verfügt, gelten. Allseits große Erleichterung.

Zum Artikel auf → GaloppOnline


23. August 2017

Zwischenbericht

Wonderful Görl

Die finalen Vorbereitungen für die Große Woche sind voll im Gange, die letzten Arbeiten mit den für einen Meetingstart vorgesehenen Pferden absolviert. Gras und Hecken sind gemäht beziehungsweise gestutzt - es kann also los gehen. Die ersten Besitzer haben uns ihren Besuch abgestattet, in Kürze werden viele weitere, die sich in den letzten Tagen und Wochen angekündigt haben, eintreffen.

Ein absolutes Highlight während des Meetings wird aus meiner Sicht am ersten Sonntag, wenn Wonderful Görl im mit €100.000,- dotierten BBAG Auktionsrennen für zweijährige Stuten läuft, stattfinden. Wir haben das Rennen, wie allerdings rund hundert andere Besitzer und Trainer auch, schon lange ins Auge gefasst, bei uns hat schließlich alles gut geklappt und wir zählen nun zum erlesenen Kreis der Starter. Es wird im Gegensatz zu den letzten Jahren ein sehr gut gefülltes Rennen geben - so wie generell die Zweijährigen-Rennen dieses Jahr zahlenmäßig gut besetzt sind.
Wonderful Görl hat bei ihrem ersten Start alles richtig gemacht, wurde direkt Zweite hinter einer Stute ,die voraussichtllich während der Großen Woche im Zukunfts Rennen laufen wird. Ebenso tritt das damals direkt hinter uns platzierte Pferd in diesem Rennen an; er konnte sich nach seinem Debütrennen in München in Köln direkt nochmal vorstellen und wurde dort guter Zweiter, unsere Form dadurch also aufgewertet. Letztendlich muss man aber sagen, dass durchaus einige Stuten in diesem Rennen mit guten Resultaten aufhorchen ließen. Wir können auf eine tolle Vorbereitung zurückblicken, jetzt muss man sehen, wo wir stehen und wie es mit ihr weiter geht. Die Spannung ist jedenfalls groß.

Am selben Tag, sonntags also, wird auch die dreijährige Doris wieder an den Ablauf kommen. Sie lief zuletzt in München ein starkes Rennen, auch bei ihr gehen wir mit Hoffnungen an den Start.
Bereits am Samstag wird Never Say Never (Stephen Hellyn) der Turffreunde Baden e.V. nach einer Pause wieder an den Ablauf kommen. Sie präsentierte sich bei ihren letzten Arbeiten von guter Seite, klar wird sie den Start noch brauchen. Als Vereinspferd gehört ein Start in Iffezheim in der Großen Woche sowieso fast zur Pflicht, als erster Start nach Pause ist es aber ideal. Danach führt uns der Weg wieder nach Frankreich.

Mich führt der Weg bereits heute und morgen nach Frankreich. Heute starten wir mit A Sunday Dream, Lips Dancer und Winsome Academy in Vichy, erstgenannte in einem Maiden-Rennen, die beiden anderen in einem Reclamer. Night of Mystery läuft in Saint Malo, ebenfalls in einem Verkaufsrennen. Insgesamt habe ich übrigens das Gefühl, das die Qualität der Pferde in den Reclamers in Frankreich in den letzten Tagen etwas zugenommen hat. Es kommen nun bessere Pferde auf den Markt.
Morgen treten wir mit den beiden Stall Herb-Pferden Berlin Calling und Pressure in Moulins an. Pressure wird in einem Ausgleich auf seiner Idealdistanz unterwegs sein, Berlin Calling in einem Reclamer aufgeboten.

Genaueres zu den Iffzer Startern folgt die Tage.

Allen Lesern unserer Seite spannende Tage,
Gerald Geisler


29. Juli 2017

Vorschau

Vorschau München, 30. Juli 2017
Es hat uns im Südwesten zwar nicht so stark erwischt wie zum Beispiel den Harz, durch die starken Regenfälle der letzten Tage konnten wir dennoch nicht alle Arbeiten planmässig durchführen. Trotzdem fahren wir optimistisch zum Jahreshighlight, dem Gruppe 1-Renntag nach München. Mit Winzapper (Concetto Santangelo) debütiert am Sonnatg in Riem einer meiner letzten noch nicht gelaufenen Dreijährigen. Wie die meisten Hengste aus seiner Familie benötigte er viel Anlaufzeit. In den letzten Wochen konnte er sich erfreulicherweise verbessern, er wurde wacher und reifer. Ein Platz im Mittelfeld und etwas Lernfortschritt sind die Hoffnungen für Morgen.
Lips Dancer (Jozef Bojko) tritt auf seiner Lieblingsbahn über seine bevorzugte Distanz an. Die letzte Frische fehlt ihm seit Hamburg, wo er weit unter seinen Möglichkeiten geblieben ist, ein Geldgewinn ist dennoch drinnen.
Alta Monte musste aufgrund eines Infekts pausieren. Auch er liebt München und kommt mit Jozef Bojko bestens klar. Bei einem vernünftigen Rennverlauf erwarten wir ein gutes Abschneiden, schließlich fand er auch nach langen Pausen immer schnell wieder Anschluss.
Im Ausgleich 3 über 1600m sind wir vermutlich nicht nur nach Anzahl der Starter am besten gerüstet. Sowohl Doris (Jozef Bojko) als auch Winsome Academy (Stephen Hellyn) erwarte ich weit vorne. Doris bestreitet ihren ersten Start im Ausgleich. Sie lief meiner Ansicht nach zuletzt besser, als es das Ergebnis ausdrückt. Ihre Marke ist fair. Etwas enttäuscht bin ich dieses Jahr von Winsome Academy. Beim vorletzten Start wurden sie zu offensiv vorgetragen, zuletzt in Hamburg hätte sie eigentlich gewinnen müssen. Sie kann sich jetzt rehabilitieren. Die zu tragenden 60 kilo sind für eine kleine Stute allerdings kein Vorteil.

Vorschau Köln, 31. Juli
Die beiden frischen Sieger Rock to the Moon und Jolly Boy werden Montag nach Köln entsandt. Für beide Pferde konnten die Siegjockeys wieder verpflichtet werden. Jolly Boy liebt die Bahn und ist auf seiner besten Distanz unterwegs. Mit dem durch den Sieg erhaltenen Aufgewicht wird es natürlich wieder etwas schwerer, Luft wird langsam dünner. Er zeigt sich in der Arbeit nach wie vor von seiner besten Seite, guter Boden und ein schnell gelaufenes Rennen sind für ihn Voraussetzung für ein gutes Abschneiden.
Rock to the Moon lief in Köln auf 1400m letzten Herbst vor den Augen seines Besitzers auch schon ein gutes Rennen. Er fühlt sich sehr wohl, das Rennen sieht aber alles andere als leicht aus. Lassen wir uns bei ihm einmal überraschen.


16. Juli 2017

Stallneugründung

Stall Goldbrücke

Nachdem wir mit zwei Siegen in Folge hoffentlich wieder zurück auf dem Erfolgsweg sind, gibt es diese Woche weitere positive Nachrichten zu übermitteln: die Neugründung des Stalles Goldbrücke, bestehend aus einigen Iffezheimern und Leuten der Region. Auch ein Pferd hat diese Besitzergemeinschaft bereits: es handelt sich um eine England-Import Stute von Bated Breath aus der Soundwave, aus der direkten Familie vom vierfachen Gruppe 1-Sieger Churchill und aktuell der Gruppe 2-Siegerin in Newmarket Clemmie, einer Schwester von Churchill. Im Zuge der Stallgründung wurde nicht nur ein Stallname sondern auch ein Name für die Stute gesucht; einigen konnte man sich auf den klingenden Namen Be a Wave, ebenso festgelegt wurden die neuen Stallfarben.


11. Juli 2017

Gleich der nächste Sieg

Photo von Murat Fischer

Und zwar in München durch Rock to the Moon mit Rene Piechulek im Sattel. Obwohl das auf German-Racing zu findende Video, nebst anderen Sonderbarkeiten, das Rennen erst Eingang der Zielgeraden beginnen lässt, fand sich dem Vernehmen vor Ort sich aufhaltender Besucher der fünfjährige Wallach des Stalles Zugvogel schon früh im Vordertreffen, übernahm kurz nach Einbiegen in die Gerade die Führung und gab diese bis zum Überqueren der Ziellinie zum sicheren Sieg, eine halbe Länge Vorsprung hatte er dabei, nicht mehr ab.

Sämtliche Photos von Murat Fischer

09. Juli 2017

Ende der Durststrecke

Jolly Boy und Köln, das passt (meistens) einfach zusammen; nachdem der Schützling von Frau Ulrike Bauer letztes Jahr schon zwei Siege auf der Bahn in Weidenpesch holen konnte, klappte es dort auch diesesmal. Während des Rennens von Jozef Bojko, stets an der zweiten, dritten Stelle liegend, an der Innenseite gehalten, kam der siebenjährige Silvano-Sohn schon in günstiger Position in die Zielgerade und konnte auf den letzten hundert Metern den bis dahin führenden Vanish Soldier noch einholen, um den Zielbogen mit einer dreiviertel Länge Vorsprung zum sicheren Erfolg zu passieren.


06. Juli 2017

Zwischenbericht

Mit dem gestrigen Tag ging das Derby Meeting 2017 zu Ende. Auch wenn letztlich kein Sieg dabei heraussprang, liefen unsere Pferde brav in die Platzierungen, wir können mit dem Ausflug also zufrieden sein. Hamburg lockt jedes Jahr mit wirklich guten Rennpreisen, mittlerweile den höchsten in Deutschland, und mit großzügiger Transportkostenentschädigung. Selbstverständlich hat mich auch der Sieg von Maxim Pecheur im Derby sehr gefreut, hat er doch seine Ausbildung bei mir absolviert. Natürlich bin ich da auch ein wenig stolz.

Kommendes Wochenende geht es nach Anzahl der Starter, es werden nur drei sein, bei uns etwas ruhiger zu. Nichtsdestotrotz sind wir auf drei unterschiedlichen Bahnen vertreten. Pic A Sou startet in Aix-les-Bains in einem Maidenrennen, Joy to the World in Vittel in einem Verkaufsrennen und Jolly Boy tritt in Köln in einem Ausgleich an.

Unsere Kantine wird sich zur 'Großen Woche' (26. August bis 3. September) mit neuem Gesicht präsentieren, die Arbeiten dafür laufen, wie die Bilder zeigen, bereits auf Hochtouren.


24. Juni 2017

Vorschau auf die nächsten Tage

Bei Sonnenaufgang

Eigentlich sollten am Sonntag zwei meiner Zweijährigen in die Boxen einrücken und ihr Lebensdebüt absolvieren, letztlich wird es nach aktuellem Stand der Dinge jedoch nur noch einer sein. Cord Meyer, der Besitzer von Darienne du Pre wollte meinem Azubi Alois Gräter trotz Mehrgewicht gerne die Chance, wieder ein Rennen zu reiten, geben, daraus wird nun leidervorerst nichts, die Stute wird Nichstarter sein.
Die Ehre, erste zweijährige Starterin der Saison aus meinem Stall zu sein, kommt Wonderful Görl (Rene Piechulek) somit alleine zu. Schon zeitig im Jahr nährte ihre Entwicklung solche Hoffnung; sie gefällt nicht nur optisch sehr gut sondern hat auch schon früh erkannt, wofür sie geboren ist. Auf die Stute wurde keinerlei Druck ausgeübt, jeder Schritt ging von ihr selbst aus. Ihre Arbeiten erwiesen sich dann auch als entsprechend gut, sodass dem Start in München, der schon geraume Zeit geplant war, nichts mehr entgegen steht. Sie gibt uns ein gutes Gefühl, wir gehen entsprechend von einem guten Laufen aus. Das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf dem Iffezheimer Auktionsrennen für Stuten über 1200m, welches Ende August im Rahmen der 'Großen Woche' am Programm steht, das Rennen morgen stellt den ersten Schritt in diese Richtung dar

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Wonderful Görl beim Transportüben

Laut Programm 15 Minuten später wird es für den dreijährigen Hengst Woking (Stephen Hellyn) in Dortmund zum zweiten Mal in seinem Leben ernst. Nur fünf Starter finden sich in diesem Rennen an der Startstelle bei 1400m ein. Die Form aus Wissembourg darf man nicht ernst nehmen, er hatte zwar einen guten Start, war dann aber von dem großen Feld so beeindruckt, dass er vor lauter Schreck einige Längen verlor und diese nicht mehr gutmachen konnte. Wir erhoffen uns diesesmal eine Steigerung.
Danach hätte eigentlich Liberica in München an den Ablauf kommen sollen, auch bei ihr hat jedoch der "Turfteufel" zugeschlagen und sie wird die Reise nach München nicht antreten.
Um 14:45 Uhr sind Lips Dancer (Rene Piechulek) und Winsome Academy (Wladimir Panov) unsere nächsten Starter. Beide mussten sich zuletzt unter Wert geschlagen geben. Bei Lips war das Rennen für ein Speed Pferd zu langsam, Winsome hatte unterwegs keinen guten Rennverlauf. Ihr Rennen sieht nicht ganz leicht aus, es sind einige Formpferde unterwegs, trotzdem gehe ich optimistisch in diese Prüfung.
Genau gleich ausgeschrieben ist das 6. Rennen in Dortmund, in dem wir Rock to the Moon (Michael Cadeddu) aufbieten. Der Vergleich ist ganz interessant, wobei ich ganz klar sagen muss, dass die Gegner in Dortmund nochmal ein Eck stärker sind als in München. Zuletzt in Iffezheim hat Rocky den Start vollkommen "verschustert" und war somit direkt aus dem Rennen. Seine Abschlussarbeit verlief, soweit man das bei ihm sagen kann, ok, er ist keiner, der sich in der Arbeit viel Mühe gibt.

Joy to the World
Schon zuvor, im 5. Rennen, sind wir durch Heart Storm (Filip Minarik) vertreten. Er lief dieses Jahr bisher ausschließlich in Frankreich und schrammte dort mehrfach knapp an einem Geldgewinn vorbei. Gleichzeitig erhielten wir in Deutschland etwas Nachlass, sodass man sich schon Hoffnungen machen darf, vorne mitzuspielen.
In München kommt im 6. Rennen Jolly Boy (Rene Piechulek) im Ausgleich 4 über 2000m an die Reihe. Er lief zuletzt in Baden-Baden ein riesen Rennen und muss nun unter erschwerten Bedingungen antreten. Er konnte sich bisher jedoch immer nochmal steigern, ausgeschlossen ist solches auch diesmal nicht. Guter Boden und ein schnell gelaufenes Rennen sind Voraussetzung für ein gutes Abschneiden.
Last but not least gibt dann noch Soriano (Jozef Bojko) in Dortmund sein spätes Jahresdebüt. Er hatte lange Probleme mit dem Stoffwechsel und erhöhten Leberwerten. Er sieht nun gut aus und hat fein gearbeitet. Nach seiner letzten Leistung im September in München sollte er bei dieser Gegnerschaft eine gute Figur abgeben, auch wenn er eine gefühlte Ewigkeit ohne Rennpraxis auskommen musste. Der Hauptgegner kommt wohl aus unserem Nachbarland.

Am Montag treten wir in Aix-les-Bains mit der kleinen Berlin Calling in einem Ausgleich an. Vor den französischen Ausgleichern muss man wirklich den Hut ziehen. Ich habe mehrfach versucht auszurechnen, ob wir dem einen oder anderen Pferd gegenüber einen Vor- oder Nachteil besitzen, ob günstig oder ungünstig in das Rennen passen, man kommt aber nahezu immer zu dem selben Resultat: die Pferde sind komplett "ausgeglichen". Rennverlauf, Tagesverfassung, Boden etc. werden den Ausschlag über das Resultat geben. Vielleicht haben wir einen kleinen Vorteil durch ihr absolutes Wohlbefinden und Berlins immer vorhandene gute Laune - und trotz ihrer geringen Größe verfügt sie über ein riesiges Herz.

Manta Manta (vorne im Bild) und Sevillano

Inzwischen haben die Besitzer von Prime Project und ich sich darauf verständigt, ihm die lange Anfahrt (1300km pro Richtung) zum polnischen Derby zu ersparen und ihn aus dem Rennen zu nehmen. Im Sinne des Pferdes werden wir in Frankreich weiter machen. Er hat seinen Start in Wissembourg gut überstanden - wie übrigens auch meine anderen Starter vom vergangenen Wochenende; in Hassloch war der Bodenwert immerhin mit 1,8 angegeben, ein Wert, den ich in Deutschland bisher noch nie erlebt habe. Ich finde es aber vom Rennverein sehr fair, diesbezüglich eine ehrliche Angabe gemacht zu haben. So kann jeder Besitzer und Trainer selbst entscheiden, ob er sein Pferd unter diesen Bedingungen laufen lassen will oder nicht.

Mittlerweile stehen wir auch mit unseren Startern für Hamburg in den letzten Vorbereitungen. Am Bild zu sehen ist die Schimmelstute Joy to the World, die am 1. Juli unter Sybille Vogt im Amazonenreiten laufen wird. Am selben Tag soll auch der treue Leoderprofi an den Start kommen. Weiters werden wir am 2. juli auch mit dem einen oder anderen Starter in der französischen Provinz (Vittel) ins Rennen gehen. Auch die Arbeit mit meinen anderen zweijährigen Pferden nimmt immer mehr Gestalt Richtung Rennen an (siehe Manta Manta und Sevillano am Bild).

Allen Lesern ein intererssantes Rennwochenende!


15. Juni 2017

Zwischenbericht

Leichter lässt es sich natürlich über Erfolge und gute Ergebnisse als über enttäuschende Resultate berichten, bisweilen kommt man jedoch nicht umhin, auch solche anzusprechen. Da wir bemüht sind, auf dieser Seite einen (im Rahmen des Möglichen selbstverständlich) stets objektiven Blick auf unseren Stall zu geben, finden wir uns nun in eben einer solchen Situation, das zweifellos recht unerfreuliche Abschneiden unserer Pferde während der letzten rund zwei Wochen adressieren zu müssen. Öfter als es uns lieb sein konnte, blieben unsere Starter schlicht und einfach hinter den in sie gesetzten Erwartungen. Jeder der uns, d.h. mich und mein Team kennt, weiß, dass wir auf Hochtouren arbeiten, die Ursachen für diese Misere ausfindig zu machen. Einige Ansätze zeichnen sich bereits ab und wir sind überzeugt, im zweiten Drittel der Saison wieder an unsere Erfolge und berechtigen Erwartungen anknüpfen zu können.

Bereits heute Nachmittag sind wir mit drei Starter in Hassloch vertreten und auch wenn keiner davon unbedingt zum Sieg steht, sollten sie doch mit Möglichkeiten auf einen Geldgewinn ins Rennen gehen.
Voices of Kings lief in München auf für ihn zu weitem Weg enttäuschend, heute versuchen wir es deshalb wieder über reduzierte Distanz und erstmals mit Scheuklappen. Doris hingegen lieferte in Wissembourg ein feines Jahresdebüt ab. Die lange Pause zwischen den Rennen stört freilich etwas, in der Arbeit wurde ihr zuletzt förmlich langweilig. Das anstehende Rennen war also dringend nötig. Tricky Tiger lief in Wissembourg aus einer katastrophalen Startbox ein gutes Rennen. Er mag die Bahn in Hassloch, zudem wird er seinen Boden vorfinden. Das Rennen sieht recht ausgeglichen aus, eine Prognose fällt also schwer.

Am Wochenende geht es wiederum nach Wissembourg, bevor in der Woche darauf München, Dortmund und Aix-les-Bains am Programm stehen. Unter anderem werden in München meine ersten Zweijährigen an den Ablauf kommen.


03. Juni 2017

Intensives Pfingstwochenende

Das kommende Pfingstwochenende sieht uns auf vier Rennbahnen tätig, wir werden dabei rund 3500km an Transportwegen zurücklegen.

Zunächst möchte ich jedoch noch ein paar Sätze zu den letzten Tagen bzw. Wochen schreiben.
Es gibt Dinge im Leben und somit auch im Rennsport, die man beeinflussen und Dinge, auf die man keinen Einfluss nehmen kann. Wir hatten in den letzten Wochen schwere Rückschläge, zum Teil auch richtige Tragödien hinzunehmen, deren Eintreten und Ablauf sich unserer Einflussnahme entzog. Auch von schwachen Ritten sind wir nicht verschont geblieben. Dabei möchte ich an den Ritt in Lyon Parilly vom Weltklasse Jockey Gerald Mosse erinnern, an einen schwachen Ritt zuletzt auf Berlin Calling oder einen unglücklichen Ritt auch zuletzt auf Never Say Never; nicht zuletzt sei auch der Ritt in Nancy auf Heart Storm erwähnt, wobei das Rennen damals viel langsamer gelaufen wurde als zu erwarten war und man diese Form daher komplett streichen kann. Dreimal in kürzester Zeit in Frankreich Sechster zu werden macht natürlich wenig Laune. Aber im Laufe des Jahres wird sich das hoffentlich ausgleichen. Es bleibt uns also nichts übrig, als die Ruhe zu bewahren, ob wir wollen oder nicht. Mit Gewalt geht es schließlich auch nicht und somit verliere ich nicht die Hoffnung, dass wir in Kürze auch wieder gute Ritte von unseren Jockeys sehen werden - sowie das nötige Glück wie zuletzt bei Jolly Boy in Baden als wir im Zielfoto mit einer Nase vorne lagen, auf unserer Seite haben.

In dem Vorbericht zum Frühjahrs-Meeting schrieb ich im Zusammenhang mit der recht kleinen Anzahl an Startern in Iffezheim, über eine "Umsiedlung". Scheinbar habe ich mich da nicht klar ausgedrückt, ich meinte damit selbstverständlich keinen örtlichen Umzug nach Frankreich, sondern dass ich meine Pferde immer mehr im französischen Ausgleich unterbringen möchte und mir Starts in Iffezheim daher aktuell ungelegen kamen.

Schließlich möchte ich bei dieser Gelegenheit die Vorfällen um Marco Casamento aus meiner Sicht schildern.
Es haben mich in den letzten Wochen einige Dinge erstaunt, die Trennung kam insgesamt alles andere als überraschend. Dass ein junger Reiter, der sich in Deutschland etablieren möchte, den Wunsch äußert, während der Hauptsaison eine Woche Urlaub zu nehmen, war nur einer der bemerkenswerten Punkte (es sei nebenbei erwähnt, dass er nach einem kurzen Schlucken, den Urlaub von mir bewilligt bekam, ich ihn aber auch über meine Verwunderung in Kenntnis setzte). Am Tag nach den beiden Siegen in Hassloch wurde mir von Marco mitgeteilt, dass er nicht mehr wie bisher am Nachmittag arbeiten kommen wird, sondern nur noch Vormittags zu reiten gedenkt. Spätestens hier war klar, der Junge besitzt zwar viel Talent, der Erfolg beginnt ihm jedoch zum Kopf zu steigen.
Den Vogel schoss er jedoch am Tag nach den beiden Siegen in Iffezheim ab. Von einigen Seiten wurde mir berichtet, dass die Siegesfeier wohl bis ins Morgengrauen andauerte. Wenn man eine solche Aktivität verträgt, bitte sehr, den darauffolgenden Renntag jedoch im wahrsten Sinne des Wortes zu verschlafen und sich erst nach Ende des Renntages bei meinen Trainerkollegen und mir für die Abwesenheit lapidar mit einer SMS zu entschuldigen, geht gar nicht.
Aufgrund dieser unterschiedlichen Auffassungen was die Einstellung zu unserem Beruf betrifft, war es sinnvoll, dass wir uns umgehend trennten. Marco verfügt über viel Talent, hat aber noch einiges zu lernen. Sein Umgang mit Besitzern, Trainern und unseren Pferden ist zweifellos verbesserungswürdig. Pferde sind kein Sportgerät sondern Lebewesen. Sich bei jemandem zu bedanken, kostet außerdem nichts.
Dem ungeachtet wünsche ich ihm für seine Zukunft viel Erfolg.

Nun aber in die Zukunft geblickt: Zunächst geht es nach Bratislava zur Internationalen Turf Gala, zusammen mit dem slowakischen Derby der wichtigste Renntag des Jahres. Mit Lebowski treten wir über 1800m an. Leider wurde unser Vorbereitungsrennen in Montlucon aufgrund eines Unwetters kurzfristig abgesagt. Gerade bei ihm wäre eine solche Vorbereitung sehr wichtig gewesen. Trotzdem sieht er blendend aus und hat die letzten Wochen enorme Fortschritte gemacht. In diesem Rennen trefffen sich die Spitzenmeiler der Slowakei, Tschechiens und Ungarns, es wird also eine heiße Partie.
Genauso wie Leoderprofi wird er vom italienischen Spitzenjockey Antonio Fresu geritten. Dieser junge Reiter hat für mich bereits in München in den Stall Herb-Farben mit Sanjii Danon gewonnen und ist auch in Berlin im Oleander-Rennen Tres Rock Danon geritten. Aktuell arbeitet er in England für Ed Dunlop und konnte im Winter einige feine Rennen in Dubai gewinnen. Er spricht mittlerweile perfekt Englisch, was die Kommunikation erheblich vereinfacht. Auf eigenen Wunsch ließ er sich Videos der wichtigsten Rennen unserer Schützlinge schicken.
Leoderprofi wird über 1200m antreten und trifft dabei auf die mitteleuropäische Fliegerelite. Diese wurde zu meiner großen Überraschung in den letzten Wochen durch sämtliche Einkäufe in französischen Reclamers deutlich in ihrem Wert gesteigert. Wir treten also gegen einige Pferde, die in Frankreich knapp unter 40 Valeur stehen, an. Auch in diesem Rennen wird es also sehr spannend.

Am Montag sind wir auf drei Bahnen vertreten. In München kommt Voices of Kings als SportWelt-Favorit an den Ablauf. Dies liegt nicht zuletzt an seinem Reiter Kevin Woodburn, der in den letzten Tagen einge Male gewinnen konnte, unter anderem auch in Iffezheim. Die Distanz von 2100m bereitet mir etwas Kopfzerbrechen, mit Sicherheit ist es die Obergrenze.
Lips Dancer tritt in einem bärenstarken Ausgleich 2 an. Er bot zuletzt eine gute Vorstellung und er liebt München, mit einem Platzgeld wäre ich zufrieden.
Liberica konnte sich nach ihrem ersten Rennen deutlich verbessern. Sie stellte sich in Chatillon noch etwas dumm an, diesmal sollten wir allerdings mit guten Chancen antreten.

In Wissembourg sind wir mit dem Debütanten Woking (Sibylle Vogt) am Start. Vor sechs Wochen verriet er mir in der Arbeit noch nicht allzuviel, inzwischen hat er sich sichtlich verbessert. Leider sieht sein Rennen in Wissembourg gar nicht so leicht aus. Die meisten anderen Pferde treten mit Routine an, ausserdem bekamen wir eine sehr ungünstige Box zugelost.
Danuvius (Guillaume Trolley de Prevaux) und Tricky Tiger (Sibylle Vogt) treten über 1350m an. Beide brauchen zum Abrufen ihrer Bestleistung bekanntlich guten Boden. Auch diese beiden Pferde müssen leider ungünstige Startpositionen in Kauf nehmen. Mit Chancen sollten wir trotzdem an den Start gehen.

In Chatillon beginnt für Winsome Academy die Rennsaison. Sie hat lange gebraucht um in Schwung zu kommen, mittlerweile ist aber alles ok und ein Platzgeld erwarte ich mir allemal. Ludovic Proietti wird ihr Steuermann über 1600m sein. Joy the World (Ludovic Proietti) und Pressure (Bertrand Flandrin) treten ebenfalls über 1600m an. Das Rennen macht nicht unbedingt einen leichten Eindruck. Pressure bekommt nach diesem Rennen endlich sein Valeur, bei Joy to the World möchte ich die Taktik etwas verändern.

Allen Lesern, Freunden und Daumendrückern des Stalles wünsche ich interessante Renntage.

Impressionen aus Bratislava (Zum Vergrößern anklicken)

27. Mai 2017

Heimsieg

Die verhältnismäßig geringe Anzahl an Startern, die wir beim Frühjahrsmeeting heuer ins Rennen schicken, steht keineswegs in Widerspruch zu der Freude, welche uns diese bisher bereiteten. Nach dem dritten Platz von Leo am Mittwoch, konnten wir mit dem von Marco Casamento gerittenen Jolly Boy heute sogar den ersten (und bisher einzigen) Iffezheimer Heimsieger vom Geläuf holen. Der Richterspruch "Sicher", der sich im Rennbericht vermerkt findet, täuscht jedoch über die tatsächliche Natur, mit welcher dieser Erfolg errungen wurde, musste der Schützling von Ulrike Bauer schließlich bis zum letzten Galoppsprung kämpfen, um den Hals Vorsprung über die Linie zu bringen.

Zum Artikel auf → GaloppOnline


23. Mai 2017

Auftakt zum Frühjahrsmeeting 2017

Mit einem für unsere Verhältnisse kleinen Aufgebot werden wir das anstehende Frühjahrsmeeting bestreiten. Im Zuge der "Umsiedlung" sämtlicher unserer Pferde nach Frankreich, bevorzugen wir die Starts knapp nach dem Meeting in Strasbourg (30.5.) und Wissembourg (5.6.). Zudem musste leider mit Prime Project einer unserer spannendsten Kandidaten kurzfristig aus dem Starterfeld genommen werden. Er begann nach einer sehr guten Schlussarbeit vergangene Woche zu husten und wird jetzt ersteinmal behandelt, bevor es für ihn wieder weitergeht.

Mit Leoderprofi tritt am Mittwoch ein absoluter Bahnspezialist in Baden an. Nach seinem Sieg in Mannheim und dem damit verbundenen Aufgewicht gestaltet sich die Aufgabe nicht ganz einfach, zumal der Boden für ihn auch zu schnell werden dürfte. Die Bahn wird sich, sollte es nicht noch ein Gewitter geben, tendenziell eher fest präsentieren. Andererseits sah Baden bestimmt schon anspruchsvollere Ausgleich 2 ... schlussendlich ist es aber auch noch ein Start vor der internationalen Turf Gala in Bratislava am 4. Juni.
Der Donnerstag sieht uns ohne Starter in Baden, dafür aber geht im 40km entfernten Wissembourg World Star unter Lena Maria Mattes an den Start. Auch für ihn wäre eigentlich ein durchlässiger Boden wünschenswert.
Am Freitag ist der für uns sehr wichtige Auktionstag mit Breeze up, für den wir drei Kandidaten vorbereitet haben. Mit Katalognummer 16 eine hochtalentierte Bated Breath-Stute aus der Familie des aktuellen 2000 Guineas Sieger Churchill (er soll übrigens im irischen Pendant als nächstes antreten soll, nicht wie ursprünglich geplant im Epsom Derby). Die Stute macht aktuell den Einruck, bald zur Hand zu sein. Sie ist nicht die Größte, dafür aber schön kompakt und kräftig. Mit Nr. 22 kommt A Magic Girl in den Ring. Sie ist eine Schwester der zweijährig platzierten A Sunday Dream und deutlich mehr Pferd als diese, korrekt mit gutem Charakter. Vielleicht nicht ganz so frühreif, aber nicht weniger talentiert als ihre Schwester. Sie besitzt Nennungen für Auktionsrennen. Mit der Lot-Nummer 42 ist dann die Campanologist-Stute Paddington Belle an der Reihe. Mittlerweile breezed sie richtig gut. Eine Stute mit eigenem Charakter aber korrekt. Auch sie verfügt über Nennungen für Auktionsrennen.

Am Samstag kommt unser aktueller Poulesieger Jolly Boy an den Ablauf. Er hat keine Vorbehalte gegen den zu erwartend festen Boden, die Distanz ist hingegen die Obergrenze. Ich persönlich fand seinen ersten Jahresstart gar nicht verkehrt, er wurde dadurch auch gefördert. Leider ist der zuletzt für Mülheim geplante Start ausgefallen, dieser Renntag wurde ja bekanntlich abgesagt.
Am Sonntag starten wir mit unserer vielleicht größten Hoffnung Rock to the Moon. Er lief bei seinem ersten Jahresstart gleich richtig gut und sollte mit guten Chancen an den Ablauf kommen.

Schöne Tage allen Besuchern und Freunden des Stalles in Iffezheim!


21. Mai 2017

Saisonsieg Numero 4

Nicht einmal eine Woche nach dem dritten, folgte heute in Hassloch schon der vierte Saisonsieg. Die als Außenseiterin ins Rennen gestartete Not Now, von Marco Casamento geritten, musste sich dabei bis weit in die Zielgerade hinein gedulden, bis sich die Lücke, welche den energischen Durchmarsch zum mit eineinhalb Längen Vorsprung sicheren Erfolg ermöglichte, auftat.


15. Mai 2017

Sieg in Belgien

Als voller Erfolg erwies sich unsere Reise zum Renntag im Belgischen Mons. Schon im ersten Rennen zeigte Alta Monte (Jozef Bojko) bei seinem Saisondebüt als längster Außenseiter (450:10) mit einem zweiten Platz auf. Unter veränderten Vorzeichen, als Favorit nämlich, ging dann im dritten Rennen Bacchus Danon an den Start. Gut abgesprungen, reihte sich der Schützling von Hans Hülsenbeck zunächst im Mittelfeld ein und konnte ab der Gegenseite sukzessive seine Position verbessern. An zweiter Stelle in die Zielgerade eingebogen, ließ der von Marco Casamento gerittene Wallach schon bald auf einen Sieg hoffen, den er schließlich auch zu fixieren wusste.


14. Mai 2017

Berlin Calling


06. Mai 2017

Vor- und Nachschau

Nach unserem ersten Jahrestreffer durch Tricky Tiger in Strasbourg ließ vergangenen Sonntag auch der zweite Zehnjährige im Stall Leoderprofi einen Sieg folgen. Beide befinden sich schon seit dem Jährlingsalter in meiner Obhut und erfreuen sich nach wie vor bester Gesundheit; etwas, das im Rennsport nicht alle Tage vorkommt. Leo lief bereits fünf Tage zuvor in Nancy, wurde damals aber zu weit aus dem Rennen gehalten und blieb trotz einer guten Speedleistung außerhalb der Platzierung. In Mannheim wusste Marco Casamento diesen Fehler zu vermeiden und blieb während des Rennens in Schlagdistanz zu den Führenden. Auf der Geraden konnte er schnell die Weichen auf Sieg stellen und damit die Befürchtung seines Besitzers, Leo könnte langsam zum alten Eisen gehören, eindrucksvoll widerlegen. Er soll nun im Frühjahrs-Meeting in Baden wieder an den Start kommen, danach am 4. Juni in Bratislava an der Internationalen Turf Gala teilnehmen.

Never Say Never feierte mit einem fünften Platz in Lyon-Parilly einen guten Einstand, wusste dabei auch durchaus zu gefallen. Es war bestimmt kein restlos geglückter Ritt denn eigentlich wäre mehr drinnen gewesen. Für die Stute stehen nun mehrere Optionen zur Erwägung.
Kaminski hingegen verabschiedete sich mit einem guten vierten Platz in München aus unserem Stall. Wir wünschen den neuen Besitzern viel Erfolg und schöne Stunden mit ihm.
Ebenso verkauft wurde Malvia, der in Mannheim noch einen dritten Platz eingaloppierte. Er wird sich fortan auf den kleineren Bahnen wohl fühlen.
Erfreulich war das Abschneiden meiner dreijährigen Pferde: sowohl die beiden Debütanten Prime Project und Pic A Sou, als auch die Jahresdebütantin Doris konnten sich in den Geldrängen platzieren. Letztere präsentierte sich über die Wintermonate verbessert und bestätigte die Eindrücke aus dem Training. Auch Pic A Sou gefiel mir als Debütant, auf seiner Vorstellung lässt sich jedenfalls aufbauen. Prime Project traf auf starke Gegner und hielt sich in dieser Garnitur sehr wacker. Seine Vorstellung war äußerst erfreulich, er ging deutlich reifer und besser als im Training. Er könnte Ende des Monats nocheinmal nach Lyon fahren oder in Baden laufen.
Heart Storm gefiel über die kürzere Distanz wieder deutlich besser und verfügt nun über eine Marke. Er hat ein Handicap in Nancy in Aussicht.
Bei unserem Ausflug nach Lyon wurde für Stall Herb überdies Berlin Calling, eine sehr treue, ehrliche Stute, gekauft. Sie soll bevorzugt in Frankreich, eventuell bereits am 30. Mai in Strasbourg an den Ablauf kommen. Ein Photo folgt nächste Woche.

Nun aber endlich zu den bevorstehenden Aufgaben. In Chatillon kommt Belcampo wieder an den Ablauf. In allererster Linie muss er nach seinem Zwischenfall in Moulins, er rutsche damals Anfang des Bogens weg, Vertrauen zurückgewinnen. Bei ihm scheint die Frage nach der passenden Distanz noch nicht endgültig beantwortet zu sein. Gearbeitet hat er auch nach dem Unglück überzeugend.
Mit Liberica kommt eine Fährhofer Debütantin an den Ablauf. Sie konnte sich in den vergangen Wochen fein steigern und könnte im Kampf um die vorderen Plätze ein Wörtchen mitzureden haben.
Tricky Tiger geht diesmal über 1600m an den Ablauf, der treue Kämpfer sollte Möglichkeiten auf einen vorderen Platz haben, auch wenn er in Chatillon bisher noch nicht viel Glück hatte.

In Montlucon kommt mit Lebowski ein Hoffnungsträger des Stalles an den Ablauf. Er benötigte wie auch in der vergangenen Saison etwas Zeit um in Schwung zu kommen, seine letzten Arbeiten waren aber schon standesgemäß. Als Zweiter des polnischen Derbys würde man meinen, die Distanz von 1700m sei ihm zu kurz, wir sind hingegen der festen Überzeugung, dass Wege um die Meile für ihn ideal sind, der zweite Platz im Derby nur aufgrund seiner Klasse gelang. Er musste sich damals bekanntlich nur dem sehr guten, auch in Deutschland bestens bekannten Caccini geschlagen geben. Leicht wird es morgen aber bestimmt nicht. Sehr günstig in der Partie steht Viva La Vita; auch wenn die letzte Form noch nicht ausreichen wird um zu gewinnen, hat sie mit dem enormen Gewichtsvorteil gute Chancen. Ebenso sind der eine oder andere Franzose, unter anderem die Nummer 1 Full Talent, der vergangenes Jahr noch in Sha Tin und Happy Valley seine Meriten verdiente, zu beachten. Ebenso wie Leo besitzt auch Lebowski nach diesem Rennen eine Nennung für die Turf Gala in Bratislava.
Joy to the World tritt in einem Reclamer über 1700m an.

Liberica und Belcampo

30. April 2017

Erster Saisonsieg auf heimischen Turf

Für unseren ersten Erfolg dieses Jahres auf heimischer Bahn sorgte heute in Mannheim der alte Haudegen Leoderprofi. Nach dem Absprung in vierter Position, arbeitete sich der zehnjährige Wallach bei zügigem Tempo kontinuierlich an die Spitze vor und lieferte sich auf der Zielgeraden schließlich einen Zweikampf mit Sensational Secret, den er mit einer dreiviertel Länge Vorsprung sicher für sich zu entscheiden wusste. Reiter Marco Casamento bringt damit seinen ersten Sieger für unser Quartier ins Ziel, Leo beschert seinem Besitzer Sasa Mladenovic den insgesamt 100ten Sieg und sichert sich selbst schon sehr früh seine siebente mit zumindest einem Sieg gekrönte Saison in Folge.


23. April 2017

Erster Saisontreffer

Noch rechtzeitig vor Ende April sorgt der aus Hernsteiner Zucht stammende Tricky Tiger für unseren ersten Jahrestreffer. Während des Rennens hielt sich der Schützling von Kerstin Heitz die damit schon ihren zweiten Erfolg mit Tricky feiern darf, an dritter, vierter Stelle, das Ziel erreichte er mit hauchdünnem und nur vermittels Zielphoto festzustellendem Vorsprung. Insgesamt war dieser Sieg der zehnte in Trickys Karriere, der je erste für Reiterin Olga Laznovska in Frankreich und für unser Quartier in Strasbourg.


18. April 2017

Harte Kost am Osterwochenende

Mit Belcampo und viel Mumm im Gepäck ging es am Samstag nach Moulins. Bis in den Bogen lief auch alles nach Plan: er agierte im Vorfeld erwartet professionell, blieb beim Transport, beim Satteln und im Führring unbeirrbar ruhig. Er fand ohne größeren Aufwand den Weg in die Startmaschine, verharrte dort zwar ziemlich lange, sprang aber trotzdem gut genug ab, um direkt eine Position im Vordertreffen einzunehmen. Knapp nach dem Erreichen des Bogens rutsche er mit beiden Vorderbeinen aus. Eine absolute Schrecksekunde für uns alle und erst nach einigen Augenblicken durften wir durchatmen, wobei der Reiter ihn direkt zurücknahm und aus dem Rennen fallen ließ. Gott sei Dank, und das ist alles, was nach so einem Vorfall zählt, konnte er das Rennen unbeschadet beenden. Er wird baldigst wieder an den Ablauf kommen.

Bei La Ravelle hat sich gezeigt, dass es im französischen Rennsystem für vierjährige Debütanten schwierig ist, direkt Fuss zu fassen. In Deutschland gibt es vierjährig-sieglosen Rennen, die immer mehr an Bedeutung zunehmen. Dies liegt zum einen an den geduldigen deutschen Besitzern, die den Pferden viel Zeit zur Entwicklung geben, zum anderen liegt es auch daran, dass es in Deutschland einfach wesentlich weniger dreijährigen-sieglosen Rennen als früher gibt und somit einige ordentliche Pferde in ihrer Saison als Dreijährige sozusagen "übrig", soll heißen, dreijährig sieglos bleiben. Aktuelles Beispiel ist der Ammerländer Samurai der den Weg vom vierjährigen-sieglosen Rennen direkt ins Listenrennen nahm.
In Frankreich gibt es die klassischen vierjährig-sieglosen Rennen leider überhaupt nicht. Dafür werden vermeintlich leichte Rennen ausgeschrieben, in denen man zum Teil auf bessere Pferde trifft, die aber einfach bloß einen Ticken zu schwach sind, um in den besseren Handicaps eine Rolle zu spielen; so zum Beispiel der Sieger in La Ravelles Rennen, der mit 36 Valeur eingestuft wurde und zuletzt in Tierce-Rennen nur unweit geschlagen war. Außerdem trifft man in diesen Rennen auf Pferde, mit denen sie sich bei normaler Entwicklung nach ein, zwei Starts nicht mehr unterhalten sollte, die vom Leistungsvermögen nämlich deutlich unter ihr einzustufen sind, mit ihrer Erfahrung aber diesesmal einfach noch zu stark für uns sind, um sie auf dieser wendigen Bahn zu schlagen. Letztenendes ist auch eine Viva La Vita eine 70kg-Stute in Deutschland, die immerhin zweite im Hannoverschen Auktionsrennen war. Als Debütantin nicht allzu weit hinter ihr ins Ziel zu kommen, ist, denke ich kein Beinbruch, auch wenn ich natürlich mit einem Platz unter den ersten Drei deutlich zufriedener gewesen wäre.

Jolly Boy hat das Rennen noch gebraucht, wurde noch dazu angaloppiert. Es war sein erster Start in einem Agl.3, dort muss er auch erstmmal ankommen.
Bacchus Danon hat uns auch bei seinem zweiten Start in Mons nicht enttäuscht und war der Lichtblick des Wochenendes. Er lief ein gutes Rennen, wurde von Marco Casamento gut geritten und sollte sich so ein Rennen schnappen können.

Am kommenden Wochenende geht es am Samstag nach Mülheim, am Sonntag nach Strasbourg und am Dienstag, so wir nicht wiedereinmal aus dem Starterfeld eliminiert werden, nach Nancy.


14. April 2017

Vorschau auf ein intensives Rennwochenende

Unserem Stall steht ein aktives Osterwochenende bevor: vier Starter auf jeweils unterschiedlichen Bahnen - zwei Lebensdebütanten, ein Jahresdebütant.

Belcampo vor der Abreise nach Moulins
Den Beginn wird unser toller dreijähriger Campanologist-Sohn Belcampo am Samstag in Moulins machen. Er bot sich Ende zweijährig schon an, stand auch knapp vor einem Start, fing sich dann aber einen Virus ein und wir mussten unsere Pläne stoppen. Er hat es uns aber gedankt: Belcampo konnte sich über die Wintermonate körperlich und mental enorm weiterentwickelen. In der Box kann er schon mal recht frech sein, unter dem Reiter ist er hingegen immer voll auf den Job konzentriert. Seine Grasarbeiten geben Anlass zur Hoffnung. Auch in der Startmaschine ist er brav und springt sehr ordentlich ab. Eine Position im Vordertreffen bzw. im Mittelfeld wäre optimal, alles weitere kommt bei einem Debütanten dann ohnehin von selbst. Über die Gegner zu sprechen macht wenig Sinn, da aktuell in den Dreijährigen-Rennen immer ein paar Kracher dabei sind. Wichtig wäre es zu sehen, dass er Potenzial besitzt und seine Arbeitsleistungen mit ins Rennen nimmt.

Am Sonntag geht es etwa 100km weiter nach Montlucon, wo die Hachtseerin La Ravelle ihren Einstand geben wird. Die Stute debütiert nicht ganz grundlos erst vierjährig; wir meinen, es war wert, ihr die Zeit zu geben. Auch hier waren die Arbeitsleistungen gut. Wir hoffen, dass das Tempo zu Beginn nicht zu hoch ist, sie gut ins Rennen findet und eine ordentliche Lage bekommt. Gelingt das, mache ich mir bei ihr keine großen Sorgen darüber, dass sie auch eine gute Vorstellung abliefern wird.

In Köln startet am Montag Jolly Boy in die Saison 2017. Er musste die letzte Saison zu meinem großen Bedauern frühzeitig beenden. Ich glaube, auf Sand hätte er uns noch viel Freude bereitet. Auf Gras greift er jetzt natürlich unter erschwerten Bedingungen an. Er muss bei den nächsten Starts zeigen, ob er mit diesen Umständen klar kommt. In der Arbeit zeigt er sich von guter Seite, für ihn ist es an der Zeit zu starten. Er geht auf seiner Lieblingsbahn auf seiner Distanz ins Rennen; der Boden sollte nicht zu weich werden, er braucht guten Boden.

Bacchus Danon startet das zweite Mal in Mons. Er lief zuletzt auf der gleichen Distanz unter Filip Minarik ein erfreuliches Rennen und sollte, diesesmal unter Marco Casamento, auch bei einem höheren Grundtempo wieder mit guten Chancen an den Start gehen. Die beiden Pferde, die zuletzt vor ihm waren, sind auch diesmal wieder dabei - allerdings unter veränderten Gewichtsbedingungen: wir stehen diesmal günstiger im Rennen. Ohnedies fühlt sich Bacchus momentan selbst auf der Sandbahn wie der Champion!

Donnerstag war die Präsentation unserer neuen Stute Never Say Never. Die Turffreunde haben sie, glaube ich, schon ins Herz gesschlossen.

Never Say Never und eine Abordnung der Turffreund Baden

12. April 2017

Dieses Pferd wird niemals ein F1-Rennen gewinnen ...

... und ob ihres Alters auch niemals das Deutsche Derby. Hiermit ist es also ausgesprochen und wir können namensbezogene Wortspiele getrost übergehen.
Die vierjährige Schimmelstute Never Say Never ist ab sofort eine Turffreundin. Vergangene Woche stuften wir nach eingehendem Videostudium und Beratungsgesprächen die Stute als interessantes Pferd, die Nachfolge von Cosmic City anzutreten, ein. Ein Teil des Vorstandes und ich trafen uns also vergangenen Freitag in der BBAG, um das Laufen der Stute anzusehen. Sie wurde Vierte und wir entschlossen uns, ein Angebot einzuwerfen. Nach 25 spannenden Minuten erhielten wir die erfreuliche Nachricht über den erfolgreichen Kauf. Kurz darauf war auch schon der Transport organisiert. Sonntag Abend traf die Stute in Iffezheim ein und hat sich inzwischen sogar schon etwas eingelebt. Die Stute macht mir einen guten Eindruck und wird den Turffreunden hoffentlich viel Spaß bereiten.
Never Say Never kann als sehr zuverlässig beschrieben werden, bei 27 Starts war sie 18mal in den Geldrängen und verdiente dabei knapp 150.000,- Euro. Morgen Donnerstag um 17 Uhr wird die Stute offiziell den Turffreunden vorgestellt. Wann sie erstmals in den gelb roten Farben an den Ablauf kommt, werden wir morgen Abend besprechen.

Kein F1- aber immerhin fünffacher Galopprennsieger

26. März 2017

Nachbetrachtung zu Lyon und Strasbourg

Mit etwas Verzögerung erscheint die Nachschau zu den Renntagen in Lyon und Strasbourg. Dies liegt zum einen an zwei richtig anstrengenden Tagen, wir kamen Freitags erst um etwa 3 Uhr von Lyon zurück nach Iffezheim und zum anderen am Verkauf von Cosmic City, den wir ersteinmal analysieren mussten. Wir haben mehrfach über einen eventuellen Verkauf in einem Reclaimer gesprochen und waren uns der Gefahr voll bewusst, wir hielten auch dagegen und versuchten, ihn zu verteidigen, schlussendlich wurden wir aber überboten. Mit der Siegprämie und dem Erlös aus dem Verkauf bleibt den Turffreunden unterm Strich jetzt deutlich mehr als wir vor sechs Wochen noch im Topf hatten. Man kann also bei nächster Gelegenheit wieder aktiv werden.
Gelaufen ist der Schimmel jedenfalls sehr gut. Ein paar Meter später wäre er als Sieger durchs Ziel gekommen. Ein sehr sympathisches, treues Pferd mit allerdings, das muss an dieser Stelle auch gesagt werden, gesundheitlichen Mängeln.
Heart Storm lief seine Form aus, er wird sich durch diesen Start nocheinmal steigern. Der Untergrund und das Scheinwerferlicht lenkten ihn ein wenig ab.

Tricky Tigers Auftritt war hingegen so schlecht, dass man ihn nicht für voll nehmen darf. Er kam schon geschlagen aus der Startmaschine heraus, war nicht wie gewohnt am Zügel; zum einen lag das wohl am hohen Grundtempo, zum anderen an der inneren Startbox, die er zugelost bekam. Er machte aufgrund des kaputten Bodens viele Fehler und kam nie ins Rennen. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Generell ist das französische Rennsystem sehr gut ausgeklügelt. Es kann manchmal aber auch ganz schön ärgerlich sein. Mit Pressure versuche ich verzweifelt laufen zu können, er wurde nun jedoch schon das zweite Mal innerhalb einer Woche aus dem Starterfeld elimniert (Chantilly und Chatillon).


22. März 2017

Vorschau zu Lyon und Strasbourg, Nachschau zu Mons und Chantilly

Wie geplant treten wir mit zwei Pferden in Lyon Lla Soie an. Unsere Neuerwerbung Cosmic City konnte sich bereits mehrmals auf Fiberglasbelag gut verkaufen. Er ist eine treue Seele, der immer nach vorne läuft und auch diesmal mit guten Chancen, Geld zu verdienen, an den Start geht. Seine Arbeiten waren zufriedenstellend, er fühlt sich sichtlich wohl. Eine gemähte Wiese ist das Rennen aber nicht nur wegen dem Untergrund keineswegs, befinden sich doch einige Formpferde (Mejaen, Pachadargent, Abaya und Jadala) im Rennen. Tagesverfassung und Rennverlauf werden wohl den Ausschlag geben. Die Distanz ist jedenfalls ideal für ihn, den Ritt wird Theo Bachelot absolvieren.
Heart Storm, mit Marco Casamento im Sattel, feiert hingegen sein Debüt auf diesem Untergrund. Er sieht mittlerweile blendend aus und ist vom Kopf her gereift, wir erwarten dieses Jahr also nochmal eine Steigerung von ihm. Er soll auf kurz oder lang eine französische Marke ergattern. Blamieren wird er sich bestimmt nicht.
Tricky Tiger tritt am Freitag in Strasbourg in einem Ausgleich über 1400m an. Trotz der zu erwartend tiefen Bahn, eine Bedingung, die ihm eigentlich nicht so liegt, sollte er Geld mitbringen können. Viele Formpferde sind in diesem Rennen nicht anzutreffen. Die Startbox Nr.3 ist in Strasbourg auf weicher Bahn ein Nachteil, da die Reiter dann stets den Weg zu den Außenrails suchen; es wird also eventuell problematisch für Marco Casamento, sich, von innen her kommend, außen einzusortieren.

Mit Bacchus Danons Auftreten und dem Ritt von Filip Minarik konnten wir am Montag in Mons durchaus zufrieden sein. Er ist nun dreimal in Folge in die Geldränge gelaufen, ein voller Erfolg dabei aber leider nicht gelungen; dafür war das Grundtempo in Mons einfach zu langsam, ansonsten wäre vielleicht mehr drinnen gewesen. Man hat jedenfalls gesehen, dass er mit der Bahn im Mons klar kommt und dort seinen Hafer verdienen kann.
Das Abschneiden von Danuvius darf man getrost streichen. Es kam wie befürchtet, mit der äußeren Startbox ist man auf 1300m in Chantilly chancenlos. Die ersten fünf Pferde hatten allesamt Startboxen bis Nr.7; das sagt dann schon einiges aus.


21. März 2017

Fortsetzung der Interviewreihe

Nach dem allseits sehr wohlwollend aufgenommenen Interview mit Eva-Maria Geisler, ist diesesmal unser Auszubildender Alois Gräter mit dem Befragtwerden an der Reihe.

Zum → Interview mit Alois Gräter


19. März 2017

Vorschau auf Chantilly sowie unsere Langzeitnennungen

Am kommenden Dienstag gibt Danuvius in Chantilly sein Jahresdebüt. Ursprünglich war geplant, auch Pressure mit ins Gepäck zu nehmen, er wurde jedoch aufgrund zu vieler Nennungen von France Galop 'eliminiert'. Alle 17 Startplätze sind also vergeben, ausgerechnet wir bekamen die äußerste Startbox zugelost, was über eine Distanz von nur 1300m kein geringer Nachteil ist. Einzig der Besitzer von Danuvius ist "total happy" mit der Auslosung und meinte, dass "er da wenigstens nicht eingesperrt sein kann". Die zusätzlichen Meter, die wir durch die Box auf uns nehmen, sind ihm lieber, mir nicht.
Das Pferd ist bereits gut am Posten, den Boden - PSF (Piste Sable Fibre) mag er gerne, die Distanz ist perfekt und mit Mickael Barzalona sitzt ein Top-Reiter, der mit Danuvius bereits in Deauville bestens zurecht kam, im Sattel. Generell hat Danuvius seine besten Leistungen immer in den Sommermonaten abgeliefert, trotz seiner schon jetzt guten Form fahren wir also nicht allzu optimistisch nach Chantilly. Danuvius braucht guten Boden und viele Startoptionen bieten sich derzeit leider nicht an, daher probieren wir es trotz aller negativen Vorzeichen eben in Chantilly.

Wie bereits auf → Galopp Online berichtet, haben wir Prime Project von Stall Blauer Diamant für das Slowakische Derby am 16. Juli 2017 eingeschrieben. Der Bursche hat sich in den letzten Wochen toll weiter entwickelt, ob das Ziel nicht zu hoch gegriffen ist, werden die nächsten Wochen, wenn er seine ersten Starts absolviert hat, zeigen. Heart Storm besitzt eine Nennung für das Österreichische St. Leger am 16. September in der Wiener Freudenau.

Vorschau auf Mons

Am Montag startet Bacchus Danon das erstmals im Belgischen Mons und läutet damit ein dichtes Wochenprogramm ein: Dienstag geht es mit Danuvius nach Chantilly, Donnerstag mit Cosmic City und Heart Storm nach Lyon la Soie und Freitag nach Strasbourg. Die letzten beiden Leistungen Bacchus Danons konnten uns gut gefallen, vorallem die Vorstellung in Neuss unterstrich seine aktuell gute Form. Wir hatten für ihn zwei Optionen: Mons oder Mannheim. Mons ist bekanntlich eine Sandbahn und er ist in den letzten zwei Saisonen auf Sand deutlich besser gelaufen als auf Gras, was also für Mons gesprochen hat. Er lief in Neuss besser als in Dortmund; deswegen kam die Überlegung auf, es könnte vielleicht mehr an der Bahnführung als am Sandboden liegen? Die Bahn in Mannheim ist der Neusser ähnlicher als jene in Mons, was also für Mannheim gesprochen hätte. Wir haben uns nun für das Handicap in Mons entschieden und bleiben vorerst auf Sand, nicht zuletzt auch deswegen, weil die Dotationen in Belgien deutlich lukrativer als in Mannheim sind. Sollte er mit Mons gut klar kommen, finden wir dort in den nächsten Wochen noch einige schöne Rennen für ihn. Die Sandbahn Saison in Deutschland ist ja seit 14. März beendet, wir müssen für diesen Untergrund also ins Ausland ausweichen. Filip Minarik wird Bacchus reiten; er kennt in Mons jedes Sandkorn. Wie Bacchus Einschätzung im belgischen Ausgleich ausfällt kann ich nicht beurteilen, die Ellen, die uns zur Verfügung stehen, könnten unterschiedlicher nicht sein.


16. März 2017

Sport-Welt Stallparade

Als Teil der traditionellen Stallparade findet sich in der heute erschienenen Ausgabe der Sport-Welt unser Quartier sehr ausführlich vorgestellt.


12. März 2017

Auftakt zu einer Interviewreihe

Um allen an unserem Stall Interessierten einen zusätzlichen Eindruck sowohl in den Alltag einer Rennreiterin bzw. eines Rennreiters zu vermitteln, sowie die unseren Stall maßgeblich prägenden Personen näher vorzustellen, startet heute mit Eva-Maria Geisler. Gespräche mit unseren beiden Nachwuchsreiter Alois Gräter und Marco Casamento folgen in Bälde.

Zum → Interview mit Eva-Maria Geisler


11. März 2017

Nachbetrachtung zum Neusser Renntag

Sehr erfreulich war der zweite Platz von Bacchus Danon. Wie erwartet wurde das Rennen flott gelaufen, es hätte für uns vielleicht sogar noch einen Ticken schneller sein können. Bacchus vermochte seine ordentliche Form aus Dortmund zu bestätigt und kam auf den letzten Metern nochmal richtig angeflogen. Carina Giesgen ritt nach Order, hätte sie das Pferd gekannt, wäre vielleicht sogar ein Sieg im Bereich des Möglichen gelegen. Als nächstes steht für Bacchus Mons oder Mannheim auf der Agenda.

Sehr nervös war unser Lehrling Alois Gräter im Vorfeld seines ersten Rittes. Bis zum Abspringen verlief alles soweit ok. Eigentlich hätte Alois eine danach gute Position inne gehabt, aus Unerfahrenheit gab er diese gute Lage jedoch vollends auf und kam danach nie mehr ins Rennen. Ich möchte dieses Debüt nicht überbewerten, er wird selbstverständlich noch eine Chance bekommen. Ihn in die Rennleitung zu holen, fand ich aus meiner Sicht stark übertrieben. Leoderprofi wird vermutlich in kleine französische Verkaufsrennen gehen.


08. März 2017

Vorschau auf den Neusser Renntag

Am kommenden Freitag starten wir mit Bacchus Danon und Leoderprofi in Neuss. Bacchus trifft auf seiner Lieblingsbahn in einem Amatuerrennen unter Carina Giesgen auf dreizehn Gegner. Ohne auf die Konkurrenz näher eingehen zu wollen, konnte er sich zuletzt in Dortmund gut genug verkaufen, um hier mit Chancen anzutreten. Er hat seine letztes Rennen gut weggesteckt. Die Distanz von 1900m ist auch nicht ungünstig. Klar, Amateurrennen haben ihre eigenen Gesetze, werden üblicherweise zu schnell gelaufen, genau ein solcher Rennverlauf würde unserem Bacchus aber entgegenkommen.

Leoderprofi gibt am Freitag sein Jahresdebüt, unser Lehrling Alois Gräter hingegen wird den ersten Ritt seiner noch jungen Laufbahn absolvieren. Leo verschaffte bereits Joy Fleischmann einen sehr vielversprechenden ersten Ritt, er ist als sehr braves, routiniertes Pferd natürlich bestens für solche Anlässe geeignet. Er ist mittlerweile schon wieder ordentlich am Posten und fühlt sich sichtbar wohl. Wenig überzeugend viel allerdings sein letztjähriger Saisoneinstand aus. Die restlichen Pferde im Feld liefen teilweise den ganzen Winter durch und können dadurch noch einen Konditionsvorteil vorweisen. Wir wollen Alois zu Beginn einen schönen Ritt geben und ihn ohne Druck reiten lassen, alles andere kommt dann ohnehin von selbst. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Das Wichtigste bei diesem Start wird also sein, dass Reiter und Pferd gesund nach Hause kommen.


05. März 2017

Rückblick auf die gestrige Stallpoule

Die mittlerweile traditionell Ende Februar, Anfang März stattfindende Stallpoule hat sich für meine Besitzer, Mitarbeiter und Geschäftspartner über die Jahre zu einem Fixpunkt im Jahreskalender entwickelt. Einige Besucher finden schon am Vortag ihren Weg nach Iffezheim. Dieses Jahr wurde das Poulewochenende bereits am Donnerstag durch das Eintreffen von Familie Meyer eingeläutet. Tanja und Cord brachten Bremer Bier (selbstgebrautes Bier, "Häsefelder" genannte) und Würstchen. Unsere Mitarbeiter, Familie Meyer und wir verbrachten einen sehr netten Abend in unserem Sozialraum. Einige Besucher kamen im Laufe des Freitags nach und wir nutzten den Abend um ins benachbarten Elsass "Zum Lamm" zu fahren um dort die feine französische Küche zu genießen. Die ersten poulebetreffenden Fachgespräche und Strategien wurden hier bereits geführt bzw. ausgetauscht. Am Samstag morgen stand dann bei frühlingshaftem Wetter die Besichtigung der Pferde, des Trainings und des Stalles am Programm ... alles klappte zu meiner vollsten Zufriedenheit.

Um 19:15 uhr eröffneten wir dann den Pouleabend. Konnten wir uns bereits vergangenes Jahr über enormen Zuspruch freuen, durften wir in diesem Jahr nocheinmal deutlich mehr Besucher begrüßen. Wie üblich wurde der Abend mit einigen Worten durch meine Wenigkeit eingeläutet, danach das Video mit den Siegen des vergangenen Jahres abgespielt und schließlich die Sieger der vorjährigen Poule ausgezeichnet. Erster wurden Dominique Mayer und Klaus Eulenberger mit Jolly Boy, gefolgt von Franz Vogel und Thomas Seiter mit Rock to the Moon, allesamt standen erstemals am Treppchen. Dritter wurde Familie Herb mit ihrem Pressure. Erstmals wurde auch der vierte Platz, welcher diesmal an Sasa Mladenovic mit Vinea Valentine ging, prämiert.

Das im Anschluss eröffnete, erstmals unter der Leitung von Kerstin Heitz von "der Kantine" stehende Büffet, wurde allgemein sehr wohlwollend aufgenommen. Um 20:45 begann dann der eigentliche Pouleteil des Abends. Nach etwa zehn Pferden waren wir alle noch der Meinung, unter dem Rekordergebnis des vergangenen Jahres zu bleiben. Diese Einschätzung sollte sich als Irrtum erweisen, auch heuer wurde das Gesamtergebnis nämlich wieder gesteigert. Als teuerstes Pferd erwies sich Wonderful Görl. Das Bieterduell konnte nach erbittertem Kampf von Werner Herb für sich entschieden werden.
Klaus Eulenberger machte in schon gewohnter Manier als Auktionator gute Figur, wurde dabei erstemals von Daniel Palau unterstützt.

Generell spiegelte sich die positive Entwicklung des Stalles in einem tollen Abend, einer überragenden Besucherzahl und einem Rekordumsatz wider. Erst um etwa 2:30 Uhr wurden die Tore der Veranstaltung vorerst geschlossen. Besonders hervorheben und mit Dank verbinden möchte ich die positive Stimmung und Kontinuität unter meinen Besitzern, ein Privileg, das keineswegs selbstverständlich ist.
Traditionell fanden sich heute morgen einige Besitzer nochmals im Stall ein, um ihre Pferde zum Abschied zu begutachten und gemeinsam bei einem Kaffee den vergangenen Abend Revue passieren zu lassen. Auch im BBAG-Gebäude traf man sich während dem Putzen der Räumlichkeiten wieder. Erst jetzt, während ich diese Zeilen schreibe, reisen die letzten Gäste ab, ist die Stallpoule 2017 Geschichte.

Zu den Photos


04. März 2017

Dramatische Entwicklung und später Nachtrag

So einfach, wie wir uns es vorgestellt hatten war es leider doch nicht: nachdem wir uns, was das Erstellen eines anständigen Poulekataloges betrifft, mit dem Nachtrag von Vorjahressieger Jolly Boy schon auf der sicheren Seite wähnten, erreichte uns gestern ein vom Obmann des Vereins zur Pflege und Wahrung des Kulturgutes Stallpoule (es handelt sich bei dieser Organisation zugleich um den Herausgeber des schon bekannten Internationalen Handbuches für die Regelung zur sachgerechten Durchführung einer Stallpoule) verfasstes und mit dem Vermerk "Dringlich" versehenes Schreiben, in welchem er uns mitteilte, dass der kurzfristig einberufene Prüfungsausschuss des Vereins zu der Entscheidung kam, dass die Nachreichung in unserem Fall zwar annähernd, aber eben doch nicht vollkommen ausreichend sei um dem Katalog das Prädikat "Anständig" zu verdienen. Diesem Missstand abzuhelfen, schlug er vor, den unter §7b des Handbuches vorgesehenen Notfallplan ("Für das Eintreten unvorhergesehener und unter Punkt 15 angeführter Umstände hält der umsichtige Stallpouleveranstalter stets einen Zweijährigen Auktionsposten in Vorrat."), welcher uns ja wohl bekannt und also auch von uns befolgt sein dürfte, schlagend zu machen. Ein zweiter Nachtrag, so der Obmann, würde den diesjährigen Poulekatalog zweifelsfrei und entgültig zu einem anständigen machen.
§7b ist uns, so wie sämtliche 321 anderen Paragraphen des Handbuches übrigens auch, selbstverständlich geläufig. Deshalb langer Rede kurzer Sinn: mit Lot-Nummer 14b komplettiert ein noch namenloser Zweijähriger von Globus aus der Rosennähe den heurigen, jetzt in seiner Anständigkeit über jeden Zweifel erhabenen Poulekatalog (welcher → hier als Download zur Verfügung steht).


02. März 2017

Ein Poulekatalog, der etwas auf sich hält, ...

... bedarf eines Nachtragskataloges, so viel haben wir in den letzten Jahren gelernt. In Verlegenheit setzte uns heuer bloß die quantitative Dürftigkeit, in welcher der heurige Nachtrag ausfällt: bloß ein einzelner Posten gesellt sich diesesmal hinzu. Gerettet hat uns ein Blick ins Internationalen Handbuch für die Regelung zur sachgerechten Durchführung einer Stallpoule (kurz IHfdRzsDeS): "Sollte die zur Gestaltung eines anständigen Poulekataloges erforderliche Anzahl an Nachträgen nicht erreicht werden", steht unter Zusatzklausel 3/Abs.4 geschrieben, "kann dieses Defizit über die außergewöhnliche Qualität des oder der Nachträge kompensiert werden. Von besonderer Güte darf für diesen Fall die Hinzufügung des aktuellen Poulesiegers gelten." Wie der Zufall es so will, ist genau das der Fall: mit Lot-Nummer 14a reiht sich - was für ein Glück - Vorjahressieger Jolly Boy unter die Auktionsposten und komplettiert damit den heurigen zur Gänze eines anständigen Poulekataloges.
Der aktualisierte, endgültige und jetzt auch anständige Katalog steht nunmehr → hier als Download zur Verfügung!

Grund zur Zufriedenheit bot der gestrige Auftritt von Bacchus Danon in Dortmund; immerhin als 336:10-Außenseiter ins Rennen gestartet und von Marco Casamento fehlerfrei und nach Order geritten, kam der Schützling von Hans Hülsenbeck bei seinem Jahresdebüt als fünfter von vierzehn Startern und damit innerhalb der Geldränge ins Ziel.


26. Februar 2017

Trainingsimpression

Unser Zweijährigen-Lot beim ersten kleineren Breeze-up.

Photo von Annette Moser

20. Februar 2017

Der diesjährige Poulekatalog ist fertig ...

... und steht ab sofort allen Interessierten als → Download zur Verfügung!


19. Februar 2017

So sehen die Turffreunde beim Besichtigen ihres neuen Schützlings aus


18. Februar 2017

Was wurde aus ...?

Nicht nur anlässlich der Neuigkeit zu Nice Danons Postrennsportkarriere als Beschäler tauchten in der Vergangenheit immer wieder Fragen nach dem Verbleibt beziehungsweise der Tätigkeit von jenen Vollblütern, welche sich von ihrer Tätigkeit am Geläuf und damit aus unserem Stall verabschiedet haben, auf. Die Berichte von einigen dieser Rennsportrentner haben wir nun samt Bildmaterial zusammengetragen, nachzulesen → hier

Oder auch → hier


16. Februar 2017

So sieht der neue Turffreunde-Schützling aus

Cosmic City v Elusive City (USA) - Cosmic Fire (FR), *2012 (FR)

14. Februar 2017

Ein neuer Turffreund in Baden und ein kleiner Trainingsbericht

Anlass- und wetterbedingt
eine, nunja, Schnee-Rose

Gestern Abend konnten die Turffreunde Baden e.V. ein neues Pferd aus einem Reclamer in Pornichet für sich erwerben. Es handelt sich hierbei um Cosmic City einen fünfjährigen Wallach und prämienberechtigten französischen Inländer. Der große Schimmel ist ein treuer Kämpfer mit soliden Formen und wird den Turffreunden hoffentlich viel Freude bereiten. Er soll vorallem in den umliegenden Bahnen wie Straßburg, Wissembourg, Nancy etc. eingesetzt werden. Im gestrigen Rennen wurde er übrigens nach einem eher unglücklichen Rennverlauf Vierter. Der Steher wird am Donnerstag via Deauville in unserem Stall in Iffezheim ankommen. Sonntag Nachmittag werden die Turffreunde ihren neuen dann Schützling das erstemal besuchen kommen.

Die Trainingsbedingungen in den letzten Tagen waren sehr unterschiedlich; Samstag und heute machte uns der Frost wieder einen Strich durch die Rechnung, wir konnten die Pferde nur traben. Ab morgen, spätestens übermorgen wird sich die Situation dann aber hoffentlich endgültig zu unseren Gunsten wandeln.
Sollte von da an ein ungestörtes Training möglich sein, wollen wir mit Bacchus Danon und Leoderprofi am 10. März in Neuss unsere Saison beginnen. Tricky Tiger könnte in Folge Mitte März das erste Mal an den Ablauf kommen.
Die Dreijährigen werden natürlich eine etwas längere Vorbereitung brauchen als die routinierten älteren Pferde, mit ihnen wollen wir die ersten Grasbahnarbeiten abwarten.

In den letzten Tagen wurde ich mehrfach sehnsüchtig nach dem Erscheinen des heurigen Poulekataloges gefragt. Er wird Anfang nächster Woche veröffentlicht.


13. Februar 2017

Marco Casamento am Stall

Mit dem jungen Marco Casamento aus Italien (Palermo) haben wir ab sofort neben Alois Gräter einen weiteren talentierten Erlaubnisreiter an unserem Stall. Während Alois ja als Nachwuchsreiter noch 5 Kilo Erlaubnis in Anspruch nehmen darf und etwa 58 Kilo wird reiten können, hat der 19jährige Marco noch 3 Kilo Erlaubnis und zählt zu den Leichtgewichten: er kann 48 Kilo reiten. In Deutschland konnte er sich bisher dreimal in die Siegerlisten eintragen. Sein bisher größter Erfolg war wohl während des Derby Meetings 2016 in Hamburg. Somit sind wir nach Evas Entscheidung, ihre Rennkarriere zu beenden, mit zwei jungen Reitern für die kommende Saison hoffentlich gut gerüstet.


07. Februar 2017

Nice Danons neue Aufgabe und ein kurzer Trainingsbericht

Wie vergangene Woche erhofft, präsentiert sich unsere Sandbahn aktuell in erfreulich gutem Zustand, wir konnten das Training inzwischen also vollumfänglich aufnehmen. Wie üblich beginnen wir mit langsamen Cantern und erweitern in den nächsten Tagen die Distanz um eine Grundausdauer zu schaffen.

Wie vielen sicherlich aufgefallen ist, hat Nice Danon unseren Rennstall vergangenes Jahr verlassen. Mittlerweile hat er jedoch im Deckgeschäft für Warmblutzüchter ein neues Betätigungsfeld gefunden. Man wird sowohl über seine tollen Gänge, als auch sein Sprungvermögen überrascht sein. Es zeigt sich einmal mehr, dass unsere Vollblüter über bedeutend mehr Talente als bloß den schnellen Galopp verfügen.

Zur Website des Reitstalles Verworner


30. Jänner 2017

Kurzer Lagebericht zu den gegenwärtigen Trainingsverhältnissen

In den vergangenen Wochen raubte uns ein für Iffezheimer Verhältnisse ungewöhnlich zäher Dauerfrost die Möglichkeit eines normalen Trainingsbetriebes. Wir waren gezwungen, uns mehr oder weniger auf die Einreitarbeit zu beschränken, das heißt die Pferde zu traben, an eine Arbeit im Galopp war nicht zu denken.
Heute morgen konnten erstmals wieder Plusgrade registriert werden, der Regen auf dem noch kalten Boden führte jedoch zur Bildung von Eis. Eine ähnliche Situation steht auch für morgen noch zu erwarten. Nach aktueller Prognose können wir dann ab Mittwoch wieder voll loslegen. Wir scharren schon ungeduldig in den Startlöchern und freuen uns auf die Vorbereitung für die kommende Saison. Bekanntlich ist die Winterarbeit ja das Um und Auf für eine erfolgreiche Rennsaison.

Starter


Mo, 18.Sept. - Saint-Cloud
4.R.
A Sunday Dream
3.
8.R.
Never Say Never
14.

Mo, 18.Sept. - Mons
1.R.
Bacchus Danon
5.
4.R.
Soriano
6.

So, 17.Sept. - Compiegne
5.R.
Pressure
5.

So, 17.Sept. - Strasbourg
7.R.
Leoderprofi
8.
7.R.
Tricky Tiger
9.

Sa, 16.Sept. - Divonne
2.R.
Lips Dancer
7.

Sa, 16.Sept. - Wien Freudenau
4.R.
Sevillano
4.
4.R.
Be A Wave
1.

Do, 14.Sept. - Lyon-Parilly
4.R.
Berlin Calling
7.

Kontakt: An der Rennbahn 8-9, 76473 Iffezheim | Tel: +49/(0)176/ 205 70 115 | Email: gerald.geisler@gmx.de