Saisonrückblick 2025
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| Interviews: | Eva-Maria Geisler 2017 | Alois Gräter 2017 | |
Ein (großteils) erfreulicher Jahresrückblick!
2025 entwickelte sich zu der erhofft sehr gute Saison: sowohl nach Anzahl der Siege als auch nach Gesamthöhe der Gewinnsumme war es die beste der vergangenen zehn Jahre. Nur 2013 konnten wir etwas mehr Siege erreichen. Diese Bilanz spiegelt sich auch in der Rangliste der Trainer nach Siegen im In- und Ausland wider. Mit einer Siegquote von 17,5% bei den Starts im Inland spielten wir 2025 ganz vorne mit. Wir rangieren damit vor einigen glanzvollen Namen, die ganz andere "Marktwerte" im Stall stehen haben. Wir liefen fast ausschließlich, wenn auch eine berechtigte Chancen auf Erfolg bestand und wählten, was die Transporte betrifft, den Weg möglichst geringen (finanziellen) Aufwandes. Bei einer Statistik der Prämien auf den gefahrene Kilometer wären wir ganz weit vorne!
Die Saison begann bereits früh in Chantilly und setzte sich direkt in Cagnes-sur-Mer fort. Bereits an der Cote d´Azur standen einige gute Platzierungen und am Schlusstag Ende Februar sogar ein "Finale Grande" mit zwei überlegenen Siegern zu Buche. Mit diesem Hochgefühl und einem neuen Jockey am Stall - Betrand Flandrin - zurückgekehrt, ging es in der Heimat nahtlos positiv weiter. Nerian kam im März direkt in Mannheim siegreich vom Geläuf. In der Folge konnten wir nahezu jedes Wochenende ein Rennen gewinnen oder uns über riesig gelaufene Rennen freuen. Mit Santino Corleone holten wir im April das erste Premium Handicap des Landes (in München). Pershing gewann Ende desselben Monats in beeindruckender Manier in Düsseldorf. Spätestens zu diesem Zeitpunkt konnte einem die Stallform schon fast unheimlich vorkommen. Mit dieser exquisiten Leistung qualifizierte sich die braune Areion-Stute auch direkt für die 1000 Guineas, in denen wir uns mit dem fünften Platz sicherlich nicht blamierten. Lange im Rennen sah es sogar nach einem besseren Ergebnis aus und alleine wenn ich daran denke, in welcher Haltung sie über den Übergang kam, bekomme ich heute noch die Gänsehaut. Im Juni gewann sie noch ein weiteres Mal leicht in Düsseldorf und konnte später im Jahr zudem das so wichtige Blacktype auf Listenebene holen. Wir waren dabei mit Abstand der beste deutsche Vertreter und nur knapp von einem englischen Gast geschlagen. Pershing war 2025 zweifellos unser bestes Pferd im Stall.
Dolcevida konnte bei den dreijährigen Pferden mit ihrem Sieg in Hamburg und ihren Platzierungen unter anderen auch im Auktionsrennen am Diana-Tag noch für Highlights sorgen. Bei einer weiteren Leistungssteigerung liegt Blacktype für sie nicht jenseits des Machbaren. Sie hat genauso wie Pershing über den Winter eine Pause auf der Koppel in Etzean bekommen.Bei den zweijährigen Pferden vermochte sich Scaletta mit ihrem Sieg besonders in Szene zu setzen und auch auf Listenebene präsentierte sie sich bestens. Auch Endorphin wusste schon zu gefallen. Der Rest war hingegen noch nicht so weit. Wir werden jedenfalls auch dieses Jahr wieder einige interessante Dreijährige im Stall haben, davon bin ich überzeugt. Der eine oder andere ist noch gar nicht herausgekommen, manche werden sich nach dem Winter stark gesteigert zeigen.
Im Lager der heuer Zweijährigen sind wir hingegen quantitativ noch nicht ganz so stark wie zuletzt aufgestellt. Rund zehn zweijährige Pferde werden es dennoch wieder sein und qualitativ bin ich bei ihnen sehr optimistisch.
Bei den nun vierjährigen Pferden sind einige dabei, die das Potential haben, in die Fußstapfen etwa einer Doro oder einer Kanzashi zu treten, sprich, drei Rennen zu gewinnen. Kanzashi wurde Poulesiegerin und war das nach Siegen erfolgreichste Pferd in München. Überhaupt verlief unsere Münchner Saison bis zu den letzten Renntagen fantastisch. Den Sieg im Bayrischen Trainerchampionat verpassten wir nur knapp um einen zweiten Platz, nach Siegen lagen wir mit unserem österreichischen Kollegen Werner Glanz gleichauf.
Während wir an diesem Ehrentitel knapp vorbeischrammten, konnte, auch wenn es bis zum letzten Renntag spannend blieb, unser Stall-Amateur Kevin Braye das Championat der männlichen Amateurrennreiter für sich entscheiden. Unser Stall hat dazu einen keineswegs unwesentlichen Beitrag geleistet. Nicht zuletzt mit den drei Siegen an einem Tag in Saarbrücken - was einem Quartier unseres Formats auch nicht so oft gelingt. Sehr emotional erlebte ich auch die beiden Siege am letzten Renntag des Jahres in Mannheim, als sich Tanami Starlet den Sieg in einem spannenden Rennen schnappt und First Fly, was bis dahin kaum mehr jemand für möglich gehalten hatte, endlich doch einmal die Nase vorne hatte. Ausdrücklich betonen möchte ich an dieser Stelle nochmal: ich habe den Mut bei ihr nie verloren und war an dem Tag sehr bullish. Beide Pferde wurden damals von Kevin vorgetragen. Die gruppeplatzierte Tanami Starlet konnte die Hoffnungen, großes Blacktype zu holen, schließlich doch nicht erfüllen, sie ist inzwischen in die Zucht ins heimatliche Gestüt El Sur gewechselt.
Mit Santino Corleone gelang wieder einer der ersehnten, sehr emotionalen Heimsiege. Seine Besitzer kommen großteils aus der Umgebung von Baden-Baden und mit diesem Erfolg ging jener großer Traum, der ihnen 2023 aufgrund einer bitteren Disqualifikation verwehrt blieb, doch noch in Erfüllung.
>Leider ging dieses Jahr nicht ohne negative Ereignisse, die mir sehr nahe gegangen sind, vorüber. Jeder, der mich besser kennt, weiß, dass ich darüber, selbst wenn es weh tut, auch offen spreche. Durch schwere Verletzungen mussten wir zwei Pferde (Noor Jamalik und Teddyness) nach Trainingsverletzungen aufgeben. Unverletzt blieben hingegen dieses Jahr zum Glück unsere Mitarbeiter. An der Personalstruktur wird sich nach aktuellem Stand der Dinge 2026 nichts verändern, Bertrand bleibt uns als Jockey am Stall erhalten.
2025 kamen auch wieder einige tolle neue Besitzer dazu. Auf die neue Zusammenarbeit freue ich mich sehr. Die Treue vieler unserer Besitzer ist unbeschreiblich wohltuend und soll deshalb besonders hervorgehoben werden. Die Bestreitung unseres Lebensunterhaltes wird immer teurer, von dieser Entwicklung bleibt auch unser so schöner Sport nicht verschont. Ich kann deshalb die Vorzüge der Bildung einer Besitzgemeinschaft nicht oft genug betonen und meine, dass dieses Modell, egal in welcher Größenordnung, an Bedeutung zunehmen wird. Auch in diesem Sektor haben wir Zuwachs bekommen und sind gut aufgestellt.
Im Oktober wurde ich zu einem unglücklichem Zeitpunkt zum 2. Trainersprecher des Deutschen Trainer- und Jockeyverbandes gewählt. Mein österreichischer Kollege Andreas "Subi" Suborics macht den 1. Vorsitzenden. Unglücklich deshalb, weil in der Ausübung eines solchen Amtes nie allen und allem gerecht zu werden ist, die Zeiten zudem ohnehin generell unruhig sind, auch in unserem Rennsport. Dennoch bereue ich es nicht, diese Aufgabe mit Subi zusammen übernommen zu haben.
Im November konnten wir "Kleinen" im Zuge der Goffs Foal Sale mal im Konzert der Großen mitspielen und unserer Fohlenstute zu einem unerwartet hohen Preis verkaufen. Das Gefühl danach war wie nach einem großen Sieg auf der Rennbahn: einzigartig.
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Das besagte Fohlen bei der Goffs-Auktion |
An dieser Stelle möchte ich noch eine persönliche Note einbringen: Liebes Finanzamt, man muss kein Buchhalter, Steuerberater oder Finanzminister sein um zu wissen, dass man sich als in dieser Branche Beschäftigter auch nach einer guten Saison keine Häuser kaufen kann. Die laufenden Kosten fressen alles wieder auf. Die immer umfangreicher werdende Bürokratie kostet zusätzlich Zeit und Geld. Auch in dieser Saison haben langjährige Trainerkollegen (zum Beispiel Janina Reese) wieder das Handtuch geworfen oder sind in massive finanzielle Turbulenzen geraten. Die Prognose, dass weitere Kollegen folgen werden, bedarf keiner hellseherischen Fähigkeiten. Dennoch ist die Arbeit mit den Pferden, die Interaktion und Kommunikation mit den unterschiedlichsten Menschen für jeden, der sich dazu entschieden hat, der Traumjob. Der Beruf ist meine, unsere Passion. Das wiegt viel Ungemach auf.
Für uns geht der neue Rennbetrieb in Bälde in Cagnes-sur-Mer los, die ersten Starter werden wir wohl am 19./20. Jänner an den Ablauf bringen.
Für die kommende Saison wünsche ich allen Lesern Hals und Bein.
Starter
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3.R. |
5. |
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3.R. |
4. |
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